Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (229)

Stadtleben | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Frau M. fühlt sich schlecht: An jeder dritten Ecke würde ein Bedürftiger stehen, aber sie könne doch nicht jedem einen Augustin abkaufen, Geld geben oder ständig an Hilfsorganisationen spenden. Was tun, fragt sie.

Klar, Menschen, die Straßenzeitungen verkaufen, betteln, geflüchtet oder obdachlos sind, befinden sich auch in finanziellen Notlagen und können Bares mehr als gut gebrauchen. Allerdings wiegt Geld allein nicht die soziale Isolation auf. Für einen gesellschaftlichen Outcast wäre es manchmal sogar besser, zu einem gemeinsamen Essen, Kaffee, Tee, Saft und Plauderei, Fußballspiel oder Spaziergang eingeladen zu werden, als wortlos ein paar Euro zugesteckt zu bekommen. Und ein bisschen gemeinsame Zeit kann sich ja wohl jeder leisten.

PS: Bitte nicht eingeschnappt sein, wenn nicht alle Eingeladenen gleich mit großem Jubel reagieren -auch Bedürftige haben Launen, sind schüchtern oder hegen Antipathien.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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