Musikalisches Opfer

Und jetzt Action: Das Musikfestival in Grafenegg spielte Bruckner, während sich außerhalb der Bühne die Ereignisse überschlugen


Reportage: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Als die revolutionären Truppen 1848 die Wiener Innenstadt eroberten, floh der Kaiser mit seiner Familie ins tschechische Olmütz. So ähnlich fühlt sich, wer auf dem Karlsplatz den Bus besteigt, um das Musikfestival im niederösterreichischen Grafenegg zu besuchen. Hier, in dem Bollwerk der künstlerischen Gegenreformation, ist das Publikum gefeit vor den Klangexerzitien Neuer Musik und den Eskapaden des zeitgenössischen Musiktheaters.

Mahler, Bruckner und Haydn stehen auf dem Programm, ausgeführt von den Stars des Konzertbetriebs. Der Name Zubin Mehta, der an diesem Samstagabend Bruckners 8. Symphonie dirigieren wird, tauchte in dem kollektiven Geplauder während der Anreise mehrmals auf, begleitet von Berichten über Altersbeschwerden und Arztbesuche. Die Generation Mehta, Jahrgang 1936, stellt in dem Bus die Mehrheit.

Die milde Abendsonne strahlt in den Schlosspark, als sich die Menge für das Abendkonzert versammelt. Der innere Widerstand gegen die Musikvereinsociety auf Klassenfahrt

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