Kommentar Protestkultur

Hoch die Internationale: Wie sich in der Kunst Widerstand formiert

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Was tun, wenn ein Rechtsaußen bei einer Kulturveranstaltung auftaucht? Die Musiker des "Jedermann" bei den Salzburger Festspielen stimmten einige Takte der "Internationale" an, als sie den Rechtspopulisten Heinz-Christian Strache in der ersten Reihe entdeckten.

Die Aktion erinnert an die zahlreichen Proteste, die es gab, als die Freiheitlichen mit Jörg Haider in der Regierung von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel (ÖVP) Regierungsämter innehatten. Jeden Donnerstag gingen im Winter 2000/2001 Demonstranten auf die Straße, um gegen Neofaschismus und Fremdenfeindlichkeit zu protestieren.

Die Trillerpfeifen und ein durchgestrichener schwarz-blauer Button der Künstlerin Johanna Kandl wurden zu den Symbolen der Bewegung. Den lustigsten Einfall hatte der Kärntner Künstler Cornelius Kolig, der mehrfach als Fäkalkünstler diffamiert worden war. Als ihm der damalige Landeshauptmann Haider einen Preis überreichen sollte, konstruierte Kolig eine Prothese. So konnte der Künstler den Preis entgegennehmen,


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