Auf der Flucht verschwunden

Millionen Menschen werden derzeit im Krieg und auf der Flucht vermisst. Ein neues Onlinetool soll helfen, Flüchtlingsfamilien wieder zu vereinen

Politik | Bericht: Nina Horaczek | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Zahra umarmt den Laptop und busselt den Bildschirm ab. 7000 Kilometer entfernt, in Brüssel, sitzt ihr Sohn Navid. "Mama, hör auf zu weinen", sagt der junge Mann, "das Fernsehen filmt mit!"

Als Navid zwölf Jahre alt war, flüchtete der Bub vor den Taliban in Afghanistan nach Belgien und verlor auf der Flucht den Kontakt zu seiner Familie. Acht Jahre hatten die beiden kein Lebenszeichen voneinander. Vor wenigen Monaten konnte das Rote Kreuz Zahra in Afghanistan ausfindig machen und Mutter und Sohn via Skype zusammenführen.

"Trace the Face" nennt sich das neue Projekt des Internationalen Roten Kreuzes. Es ist eine Homepage, die Menschen helfen soll, ihre im Krieg oder auf der Flucht verlorenen Angehörigen wiederzufinden.

Etwa zwei Millionen Menschen weltweit gelten als "Verschwundene". Es sind Personen, die ohne offiziellen Haftbefehl festgenommen wurden und von denen ihre Familien nicht wissen, was weiter mit ihnen passiert ist. Sie wurden entweder ermordet oder werden in Gefängnissen


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