Kolumne Außenpolitik

Abschied von New Labour: Das Dilemma der britischen Roten

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

In den 90er-Jahren hat Tony Blair die britische Labour-Partei gründlich erneuert. Er hat sie nach rechts gerückt und erfolgreich an die Regierung geführt. 13 Jahre lang stellte New Labour dann den Premier, länger als je zuvor in der Geschichte der Partei. Jetzt will sie sich von New Labour verabschieden und ihre linken Prinzipien wiederbeleben.

Spätestens seit Blair gilt das Mantra, sozialdemokratische Parteien könnten Wahlen nur dann gewinnen, wenn sie ihren Charakter aufweichen und sich in die farblose politische Mitte begeben. Blairs Politik war oft nur noch eine Spielart des Thatcher-Neoliberalismus - mit einem etwas menschlicheren, sozialeren Antlitz. Seine Begeisterung für den Irak-Krieg hat ihn endgültig seine linke Glaubwürdigkeit gekostet. Nach der Wahlniederlage vom Mai ist Labour jetzt dabei, sich wieder nach links zu orientieren.

Jeremy Corbyn, ein 64-jähriger Linker alter Prägung und deklarierter Gegner der Wende zu New Labour, hat gute Chancen, neuer Parteichef zu


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