"Kriminalität ist in 99 Prozent der Fälle ein Medienproblem"

Medien | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

:: Er forscht seit Jahren über das Verhältnis zwischen Polizei und Gesellschaft: Reinhard Kreissl, Kriminalsoziologe und Leiter des Wiener Zentrums für sozialwissenschaftliche Sicherheitsforschung Vicesse.

Falter: Die Polizei sagt, dass sie mit der Pressearbeit Imagepflege betreiben will. "Informiert" sie dann noch?

Reinhard Kreissl: Sagen wir es so: Sie kommuniziert - und zwar in einer bestimmten Absicht. Das Problem ist: Kriminalität ist in 99 Prozent der Fälle langweilig. Die Polizei muss aber auch ein Bild produzieren, wo Kriminalität als gefährlich, als bedrohlich erscheint - und wo sie selbst als Retter auftaucht.

Wie viel Einfluss hat sie damit?

Kreissl: Das Ganze ist ein Kreislauf: Was Sie in den Medien über Kriminalität lesen, stammt zu 80 bis 90 Prozent aus der polizeilichen Pressestelle. Und fast alles, was Normalbürger über Kriminalität wissen, stammt aus den Medien. Wenn Sie sich dann anschauen, auf welchem Weg die Polizei von Kriminalität erfährt, dann sehen Sie,

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