Kollateralschaden des Unvermögens

Die EU muss beim Westbalkangipfel in Wien eine neuerliche Explosion in dieser krisenhaften Region vermeiden

Falter & Meinung | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Wenn ein politisches Schwergewicht wie die deutsche Kanzlerin Angela Merkel eine Initiative startet, dann muss sie gute Gründe dafür haben. Letztes Jahr im August rief sie die Westbalkanstaaten zu einem Gipfeltreffen nach Berlin und läutete damit den Beginn des sogenannten "Berliner Prozesses" ein. Die "guten" Gründe für ein neues Engagement auf dem Balkan sind schnell aufgezählt: Erstens hat man infolge der Ukraine-Krise erkannt, dass Russland auf dem Balkan jede Gelegenheit nutzt, um der EU das Spiel zu verderben. Zweitens treibt die Angst vor dem Ausbreiten des radikalen Islam und des Islamischen Staates in Europa die EU-Staaten und die USA dazu an, auf dem Balkan, dem europäischen Bestandteil des IS-Traums vom Großkalifat, aktiver zu werden. Und zuletzt ist der Balkan auch zu einem Hotspot in der EU-Flüchtlingspolitik geworden.

In Deutschland beispielsweise kommt derzeit die Hälfte aller Asylwerber vom Balkan. Der Berlin-Wien-Prozess ist wichtig, weil durch ihn Deutschland


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