Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Abschiede sind nie lustig, nicht einmal in dieser Kolumne. Fast nie. Der Kollege Benedikt Narodoslawsky jedoch, den ich hier als Kolumnisten vertrete, hat uns bei seinem Abschied in den Urlaub fast nur Freude hinterlassen. Gut vorbereitete Artikel, ein straff durchgeplantes Ressort. Vor schierer Freude über solche Effizienz öffne ich manchmal das letzte Mail, das er uns schickte, ehe er sich in den indischen Monsun aufmachte.Zum Abschied schrieb er: "Ich bin am 31. August wieder da und bis dahin nicht erreichbar. Morgen, um 8 Uhr, dreh ich das Internet ab." Dieses Versprechen hat er, wovon ich mich seither mehrfach überzeugen konnte, nicht gehalten. Im Gegenteil: Täglich trug das Internet neue Solidaritätsbotschaften mit dem bedrohten Florian Klenk an uns heran; nach anfänglicher Schockstarre ist die Netzkommunität doch noch erwacht. Danke.

Weit schöner als Abschiede sind Begrüßungen. Man nimmt das meist nicht so wahr, weil sich Abschiednehmenden gut nachsinnen und nachweinen lässt; sie sind ja nicht mehr da. Zurückkehrende hingegen beschäftigen einen sofort mit ihrem schieren Hiersein und überdecken so höchstpersönlich die Freude über das Wiedersehen; sie stehen der Freude über sich sozusagen selbst im Weg.

Dennoch freute sich die Redaktion nach Kräften über das Wiedererscheinen von Nina Horaczek und Raphael Moser, die so gut erholt aussehen, dass man früher gesagt hätte, sie glänzen wie neue Schillinge. Ihr Glanz hilft uns über Gedanken an all die Urlauber und ihre Destinationen hinweg.


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