Am Apparat Telefonkolumne

Wieso kriegt Wien "Urban Food Spots", Frau Mraz?

Politik | Interview: Lydia Sprinzl | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Das Ökologie-Institut und die Technische Universität Wien erforschen gerade in Zusammenarbeit mit der Kühlgerätefirma Ernst Winninger GmbH, wie das Projekt "Urban Food Spots" in die Tat umgesetzt werden könnte. Gabriele Mraz, Leiterin der Abteilung "Gesellschaft, Wissenschaft, Technologie", arbeitet an dem Projekt mit.

Was ist denn ein "Urban Food Spot"?

Das soll eine Art öffentlicher Kühlschrank sein, der an einem zentralen Platz aufgestellt wird. Jeder kann Lebensmittel hineingeben und herausnehmen. Es geht dabei um überschüssige Lebensmittel, die man selbst nicht mehr braucht, weil man beispielsweise zu viel eingekauft hat. Das Teilen soll damit erleichtert werden.

Wie genau kann das funktionieren?

Wir sind gerade dabei, das herauszufinden. Derzeit beschäftigen wir uns mit Fragen der Hygiene, der Sicherheit, der Wartung, der Finanzierung, des Stroms, der Standorte, der Organisation. Das und vieles mehr müssen wir noch klären. Die TU Wien forscht, ob man die Idee über eine App aufbauen könnte. Dabei kommt dann auch die Frage auf, wie man Personen einbindet, die kein Smartphone haben, oder wie man mit sprachlichen Barrieren umgeht. Zu diesem Zweck werden die zukünftigen Nutzer nach ihren Bedürfnissen befragt.

Wer sind die zukünft igen Nutzer?

Es geht uns vor allem um Privatpersonen. Die Idee der Lebensmittelweitergabe gibt es schon bei der Wiener Tafel, aber dort sind sozial Bedürftige die Hauptzielgruppe. Für Privatpersonen gibt es wenig Möglichkeiten zur Weitergabe. Oft muss man weit fahren, um etwa Freunden Lebensmittel vorbeizubringen. Darum soll das Projekt an Standorten entstehen, wo die Leute häufig vorbeikommen.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Es wird von der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft und dem Ministerium für Verkehr, Innovation und Technologie finanziert.


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