Musiktheater Tipp

Etwas andere Opern bei den Musiktheatertagen

Lexikon | HR | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Uraufführungen, Gastspiele und internationale Koproduktionen unter anderem mit Theatern und Ensembles in Berlin, Genova (Balletto Civile), Barcelona und Athen kennzeichnen die Musiktheatertage Wien 2015, die sieben Musiktheaterstücke der Gegenwart in vielen Facetten zeigen, nicht nur "Opern" im herkömmlichen Sinn, sondern auch Performances, Musik/Tanz-Theater, Lecture-Oper. Unter 25-Jährige haben freien Eintritt bei allen Aufführungen.

"Wir greifen in unseren Produktionen jeweils eine akute gesellschaftspolitische Fragestellung auf, die unter den Nägeln brennt. Danach richten sich alle Stilmittel, die zum Einsatz kommen. Dafür brechen wir auch althergebrachte Produktionsabläufe auf", so der künstlerische Leiter Thomas Desi, der mit seiner Eigenproduktion "Ujamaa Paradise" die aktuelle Flüchtlingsmisere und Afrika thematisiert.

Um den Themenschwerpunkt Stadtentwicklung und Gentrifizierung kreist auch "disPlace" (über Barcelona), das Peter Pawlik inszeniert, und "Re-volt Athens". Die Wiener Gruppe Oper unterwegs bezieht in zwei Produktionen das gesamte Kabelwerk mit ein: "Oedipus Lost" setzt sich aus rund 30 Installationen und Szenen zusammen, die man an verschiedenen Schauplätzen erleben kann und die auf unterschiedlichste Weise den klassischen Ödipus-Plot aus einer heutigen Sicht zeigen. "Stille Wasser" von der deutschen Komponistin Iris ter Schiphorst, das auf der Textvorlage des Abenteuerromans "Die Abenteuer des Arthur Gordon Pym" von Edgar Allan Poe basiert, findet am Poolhaus des Kabelwerks statt.

Klaus Karlbauer wiederum konfrontiert in seiner Lecture-Performance Wissensvermittlung mit großen Gefühlen und erweitert diese in "Was mich daran hindert, eine Oper zu schreiben" zur Oper mit begleitender Musik und Videos.

Werk X, Fr 18.00,20.00 (bis 12.9.)


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