Eine Bohne ist eine Bohne

Schein und Sein der Zutaten: Es zählt, was es ist, und nicht, wie es etikettiert ist

Stadtleben | Gerichtsbericht: Werner Meisinger | aus FALTER 35/15 vom 26.08.2015

Dank der Gnade der späten Geburt war ich nicht dabei, als Nebelbomben für die Zwecke des Krieges verwendet wurden. Treulich begleitet habe ich jedoch die Entwicklung der kulinarischen Nebelbombe.

Sie dient wie jene der Verblendung des Feindes, im Wirtschaftskampf des Gastronomen zur Blendung seiner Gäste. Mit dem Einsatz kulinarischer Nebelbomben gelang es den Restaurateuren, die Sinne ihrer Kunden auf ein Feld zu lenken, auf dem diese inklusive des gesunden Menschenverstands versagen mussten. Nämlich weg von der Kritik des Geschmacks und der Ästhetik, hin auf das mit allen Fein-und Grobwaschmitteln der Werbearsenale eingeseifte Parkett der Markenartikelwelt.

In der Markenartikelwelt ist der Schein alles, über das Sein wird kaum ein Wort verloren. Ihre primäre Handelsware sind nicht Güter, sondern Emotionen. Was einen enormen wirtschaftlichen Vorteil hat. Für Emotionen nämlich lassen sich Preise verlangen, die von jedem Waren-, Nähr- und Genusswert entkoppelt sind. Folglich lassen


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