Die guten Menschen von Wien

Am Westbahnhof verteilen Wiener stundenlang Wasser und Essen an Flüchtlinge, in Ottakring schenken sie Asylwerbern Obst aus dem Kleingarten. Wien zeigt, dass Asylpolitik auch anders funktionieren kann


Reportage: Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015


Foto: Heribert Corn

Foto: Heribert Corn

Beeilt euch, beeilt euch, da vorne steht euer Zug.“ Der Mann mit dem kugelrunden Bauch, der in einer orangen ÖBB-Sicherheitsweste steckt, schleust syrische Flüchtlinge in seiner Muttersprache über den Westbahnhof, auf arabisch. Auf dem Bahnsteig heißen Wiener etwa tausend Flüchtlinge, die aus Ungarn kommen und weiter nach München reisen, willkommen, verteilen Wasser, Obst und Müsliriegel. Grün-Politiker geben Wegzehrung mit, organisieren Dolmetscher. Auch die ÖBB helfen. Sie haben einen Raum geöffnet, damit die Flüchtlinge auf ihrem Zwischenstopp in Wien Ruhe finden. ÖBB-Mitarbeiter weisen den Weg, trösten Verzweifelte, sind einfach nur freundlich zu diesen Menschen, die vor dem Krieg bis nach Europa geflüchtet sind.

Im Westbahnhof laufen Junge und Alte, Familien mit Babys und Greise zu den Zügen, die meisten von ihnen sind Syrer. Vor dem Bahnhof demonstrieren 20.000 Menschen ihre Sympathie für Flüchtlinge.

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige