"Wir fühlen uns mitschuldig"

Der IS ermordete in der syrischen Stadt Palmyra den Archäologen Khaled al-As'ad und zerstörte antike Tempel. Sein Freund Andreas Schmidt-Colinet erinnert sich


Aufgezeichnet von: Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015


Foto: REX Shutterstock / Rex Features / picturedesk.com

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Der Islamische Staat hat meinen alten Freund Khaled al-As’ad ermordet. Die Milizen sind am 19. Mai in Palmyra eingerückt. Die offizielle Version ist, dass Khaled al-As’ad vier Wochen vor seiner Ermordung verhaftet wurde. Ich weiß inzwischen, dass die übrige Familie, auch sein Sohn, der sein Nachfolger als Antikendirektor in Palmyra ist, in Sicherheit ist.

Die Ruinen dieser Stadt waren für Khaled al-As’ad wie seine Kinder. Er kannte jeden Stein und dessen kulturhistorische Bedeutung. Deswegen kann ich mir vorstellen, dass er sich vor die Ruinen stellte wie vor seine Familie. Seine letzten Worten waren ja: Freiwillig verlasse ich Palmyra nicht. Da müsst ihr mich schon umbringen. Meine Ruinen und meine Familie lasse ich nicht im Stich.

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