Das Gold von Simmering

Ganz schön retro: Das Espresso Charlotte war sogar einmal das Stammcafé von Herbert Prohaska

Stadtleben | Tschocherlreport: Arthur Fürnhammer | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Wer nahe dem Enkplatz von der Simmeringer Hauptstraße in die Kopalgasse einbiegt und ein Faible für alte Geschäftsfassaden hegt, wird seine helle Freude haben. Zur Rechten auf Nummer 2 befindet sich ein veritables Juwel aus den 1960ern. Hier wurde, sei es mit bewusstem Vorsatz, sei es aus zufälliger Nachlässigkeit, Sorge dafür getragen, dass sich in 60 Jahren exakt nichts verändert hat. Ein Genuss: der Lokalname in schön geschwungener Schrift, die alte Cola-Reklame, die durchschimmernden Gardinen. Herrliche Vorstadt. Hier ist der Bobo-Wahnsinn 15 U-Bahn-Stationen entfernt.

Leider fällt das Innere des Lokals in Sachen Nostalgie etwas ab, seit der Originaleinrichtung vor gut zwei Jahrzehnten ein neuer Anstrich verpasst wurde. Dennoch fragt man sich in einer Mischung aus Bedauern und Verwunderung, warum dieser Hort des gut behüteten Geschmacks nicht schon allein aufgrund dieser Fassade zu einer überregionalen Berühmtheit geworden ist und auch von Leuten außerhalb des Bezirks besucht


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