NACH MITTWOCH KOMMT MORGEN

Der Filmemacher Constantin Wulff gibt mit der Dokumentation "Wie die anderen" Einblick in den Alltag einer Kinderpsychiatrie

Rezension: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Ich heiße Leonie." Mit diesen Worten, der stockenden Erzählung eines kleinen Mädchens, beginnt der Film. "Alle fragen, warum ich so seltsam bin", sagt Leonie, und eine Ärztin schreibt auf einem großen Block alles genau mit. "Dabei wär ich gern so wie die anderen."

"Wie die anderen" ist der Titel des Films, den der österreichische Dokumentarist Constantin Wulff in der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie des niederösterreichischen Landesklinikums Tulln gedreht hat. Die Aufnahmen erstreckten sich über anderthalb Jahre. Zwei kurze, wiederkehrende Einstellungen machen diese Dauer spürbar -am Anfang steht der Baum im Hof in voller Blüte, gegen Ende im Schneetreiben.

Das vielleicht Erstaunlichste ist die Ruhe, die in diesem Kinderspital herrscht. Nur zwei, drei Mal wird es lauter im Film. Einmal mag ein kleiner Bub nicht gehen, sondern lieber auf dem Gang herumkugeln; ein andermal hört man das Toben eines eben neu eingelieferten Jugendlichen aus dem Off. Am

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