Stadtrand Urbanismuskolumne

Verlasse die Stadt und bleib im Dorf

FKK-Strand, Rave oder Heuriger: Wo war Christopher Wurmdobler wohl?

Stadtleben | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Wien ist ein Dorf. Das ist jetzt natürlich eine sehr gewagte Aussage, und bevor Sie gleich empört E-Mails verfassen, sollten Sie vielleicht noch kurz zu Ende lesen. Denn selbstverständlich ist Wien eine große Stadt. Aber man ist halt auch schnell wieder draußen aus der Stadt und findet sich dann im Grünen wieder oder steht auf einem Erdäpfelacker (mit ein wenig Pech steht man auch in der Lobau und mitten in einem Heizöllager). Jedenfalls hat man es hier nie sehr weit, was viele Menschen dazu veranlasst, auch nach der Arbeit noch schnell "auf die Insel" zum Baden zu fahren. Oder - je nach Präferenz - zum Heurigen raus oder auf irgend so ein abgedrehtes illegales Rave.

Und jetzt kommt das mit dem Dorf: Man kann sich gar nicht so weit von der Stadt entfernen, um nicht jemanden zu treffen, den man kennt. Also zuerst erkennt man einander vielleicht gar nicht, weil man möglicherweise zufällig gerade nackig ist, crazy Raverklamotten anhat oder leicht angeheitert Heurigenlieder grölt. Wien ist ein Dorf und man ist nie komplett anonym. Und das ist ausnahmsweise gar nicht so schlecht.


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