Wüst, ungeschönt, mitreißend: Peter Kern, ein Koloss des Independent-Films

Nachruf: Michael Omasta | Feuilleton | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Je bescheidener die Mittel, desto größer die Geste und auch die Klappe. So in etwa lautete Peter Kerns ästhetisches Credo, an dem er als Filmemacher buchstäblich bis zum letzten Film durchhielt. "Der letzte Sommer der Reichen", der heuer Premiere bei der Berlinale hatte, ist eine Satire auf die Welt der Superreichen, die wegen des schmalen Produktionsbudgets jeglichen Luxus vermissen lässt.

Peter Kern, in Wien geboren, ehemaliger Sängerknabe und Musicaldarsteller, wurde 1970 von Peter Lilienthal für die Kamera entdeckt und zu einer der markantesten Erscheinungen des Neuen Deutschen Films. Er spielte unter der Regie von Hans-Jürgen Syberberg und Wim Wenders, in "Malina" von Werner Schroeter und in etlichen Filmen von Rainer Werner Fassbinder, so auch in "Faustrecht der Freiheit"(1975), einem seiner bleibenden Werke.

In seiner ersten Regiearbeit, "Crazy Boys" von 1986, machte Kern das Hamburger Szenemilieu und die eigene Homosexualität zum Thema. Der Plot dieser Komödie um ein paar

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