Nüchtern betrachtet

Was ich glücklicherweise alles nicht geworden bin

Klaus Nüchtern berichtet aus seinem Leben. Die Kolumnen als Buch: www.falter.at

Feuilleton | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Als Bub habe ich gerne die Fragebögen in Brigitte ausgefüllt, die einem Auskunft darüber erteilen, was für ein Typ man ist -Partytiger, Mauerblümchen oder Hosenscheißer. Partytiger ist nie herausgekommen. Bei dem schulpsychologischen Test, dem ich mich wegen mediokrer Lernerfolge und milder Verhaltensoriginalität unterzog, faltete der Schulpsycho ein Blatt Papier zweimal zusammen, schnitt dann mit der Schere einen Zacken raus und forderte mich auf, die Gestalt des Musters zu prognostizieren, die nach Wiederauffaltung zu sehen sein würde. Genauso gut hätte er von mir verlangen können, ich solle auf der Stelle den Palästinakonflikt lösen und es Jacqueline Bisset mal tüchtig besorgen. Beides hätte mich total überfordert, eins davon entschieden mehr interessiert.

Wie sich herausstellte, verfüge ich über das räumliche Vorstellungsvermögen eines Grottenolms. Der Schulpsychologe riet mir dringend von darstellender Geometrie ab. Aus sozialen Gründen schlug ich seinen Rat in den


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