Bücher, entstaubt

Wieder gelesen

Petra Sturm | Politik | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Pop und Politik im Prater

Wenn der Sommer endet, zieht es Wiens linke Szene zum Volksstimmefest in den Prater. Ein Wiener Autorenkollektiv machte die Jesuitenwiese unter dem Pseudonym Fanny Blissett (in Anlehnung an das italienische anarchistische Kunstkollektiv Luther Blissett) zur fiktiven Drehscheibe für eine muntere Textkollage aus Theorie, Zeitgeschichte und Roman mit Popattitüde. Roter Faden: Drei Enddreißiger begeben sich im Wien der Nullerjahre auf die Suche nach dem verschollenen Geld der KPÖ. Zwischen Schwarz-Blau, akademischem Prekariat und hitzigen Genderdebatten loten sie die Möglichkeiten politischer Handlungsfähigkeit aus. Eine selbstironische Szenechronik aus dem kleinen Queer-Verlag Zaglossus, inklusive linken Happy-Ends mit Griechenlandrettung.

Fanny Blissett: Jesuitenwiese. Ein leicht revolutionärer Poproman. Zaglossus, 314 S., € 19,95


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