Nachrichten aus dem Inneren

Die Redaktion erklärt sich selbst

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Ein Monat ist ins Land gezogen, und die Wände sind noch immer nicht weiß. In der Redaktion verbreitet sich eine leicht überprüfbare Wahrheit: Der Maler ist nicht gekommen.

Der Maler hätte das Redaktionsgefüge grundlegend verändern können. Aber es ist Anfang September alles noch so wie Anfang August. Redakteurinnen und Redakteure sitzen auf ihren alten Arbeitsplätzen, hämmern auf ihre alten Tastaturen und telefonieren mit ihren alten Telefonen. Die Umzugskartons, die vor dem Urlaub noch schleunigst gefüllt werden mussten - es hieß: "Der Maler kommt! Der Maler kommt!" -, stehen unberührt im alten Bürozimmer. Es beschleicht einen ein Verdacht: Die lang angekündigte Arbeitsplatzrotation im Falter, die vom Frühling auf den Sommer verschoben worden war und noch vor dem Herbst verwirklicht werden sollte, wurde auf unbestimmte Jahreszeit verschoben.

Ursprünglich sah der Plan so aus: Gerhard Stöger zieht vom Programm-Großraumbüro ins Stadtlebenzimmer von Christopher Wurmdobler und Birgit Witt stock, wo dereinst Lukas Matzinger den dritten Stuhl einnahm, der nach dessen Langzeitpraktikum frei geworden war. Barbara Tóth wiederum zöge zu Josef Redl, woraufhin Nina Horaczek das leere Tóth-Zimmer erobern würde, wodurch sie einen Stuhl im Zimmer von Nina Brnada hinterließe, auf den sich der Autor dieser Zeilen setzen würde. Der Maler strich uns durch die Rechnung. Wir verharren im Status quo und starren auf unweiße Wände. Never change a winning team.


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