Sport ist Mord, der Blut ist gut

Das Jazzfestival Saalfelden verlief unüblich unverregnet. Und ein 73-jähriger Gitarrist sorgte dafür, dass es auch musikalisch heiß herging


Reportage: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Im Zug, der bis zum äußersten Bahnsteigzipfel reicht, aber dennoch knackevoll ist, befindet sich zufällig auch Wolf Haas. Der Schriftsteller stammt aus Maria Alm, das nur wenige Kilometer von Saalfelden entfernt ist. Nein, er sei nicht zum Jazzfestival unterwegs, aber natürlich habe er die Veranstaltung, die heuer zum 36. Mal über die Bühne geht, immer wieder besucht. Der Name James "Blood" Ulmer beschert ihm ein Flashback in die eigene Jugend. "Gibt's den noch?" Aber sicher!

Mit Jugend haben Jazzfestivals längst nichts mehr zu tun. Die Anzahl der Thirtysomethings auf der Bühne ist in Saalfelden größer als jene im Publikum. Als Journalist bewegt man sich im VIP-Bereich, wo's Gratisgetränke, Käsewürfel und einen Blick auf das imposante, den Ort umzingelnde Gebirge gibt. Das Gros der Zuhörer besteht aus Herren mit staubgrauer Aura und irgendeinem Gerät, das sie stark beschäftigt. Wenn sie keine ganz hässlichen Schuhe tragen, kommen sie wahrscheinlich aus Italien. Der Saal

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