SÜDWÄRTS

Wenn Migration zum Geschäft wird

Der Vizechef der Forza Italia in Sizilien ereifert sich über den "Flüchtlingsstrom" - und verdient täglich 4000 Euro an den Gestrandeten. Szenen aus dem italienischen Sommer

Von Stefano Liberti | Politik | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Seit Jahresbeginn haben 120.000 Bootsflüchtlinge die italienische Küste erreicht, im vergangenen Jahr kamen insgesamt 160.000 über das Meer ins Land: Wie jeden Sommer tritt auch heuer in Italien der "Einwanderungsnotstand" ein, ausgelöst durch die Ankunft von tausenden Männern, Frauen und Kindern, die den Kanal von Sizilien überqueren. Rechtsextreme Parteien und Bewegungen, allen voran die Lega Nord, sprechen von Invasion, fordern eine Schiffsblockade und stacheln zu rassistischen Kundgebungen auf. Ministerpräsident Matteo Renzi ruft die EU zur Solidarität und zu finanzieller Unterstützung auf, in Zeitungen und Talkshows ist von "Migrationskrise" die Rede.

Aber kann man angesichts dieser Zahlen tatsächlich von einem Notstand sprechen? Weshalb ist man nicht imstande, eines Migrationsstroms Herr zu werden, der sich offenbar regelmäßig wiederholt und daher im Grunde vorhersehbar ist? 280.000 Menschen entsprechen auf die gesamte europäische Bevölkerung berechnet einem Anteil von

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