Kunst Kritiken

Eighties: Wo die wilden Kerle nicht wohnen

NS | Lexikon | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Auch wenn sie jetzt immer wieder gerne zitiert werden: Die 1980er-Jahre waren eine Epoche der Geschmacksverirrungen. Stilistisches Kraut und Rüben in puncto Stilismen hat auch die Schau "Die achtziger Jahre in der Sammlung des Musa" zu bieten. Die Stadt Wien hat damals begonnen, systematischer anzukaufen, zwischen 1980 und 1989 nicht weniger als 3142 Kunstwerke. Wer nun erwartet, viel auf Leinwände gepeitschtes Öl zu sehen, wird enttäuscht. Der Abschnitt "Neue Wilde" ist bescheiden und qualitativ enttäuschend. Dafür gelangten damals eine kollaborative Pappmaché-Skulptur von Franz West und Herbert Brandl, eine "Lichtarbeit" von Ernst Caramelle und auch das tolle Foto "Körperprojektion" von Brigit Jürgenssen in öffentliche Hand. Fazit: Wer heute was zählt, hat auch schon in den Zeiten von Neon und Schulterpolster nicht falsch gelegen.

Musa, bis 24.10.


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