Verhatschte Kontroverse: Muss man auf den Bildern die Köpfe abschneiden, um die Rechte derer zu wahren, die darauf zu sehen sind?


Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 36/15 vom 02.09.2015

Als der Film "Wie die anderen" im Frühjahr beim Festival Diagonale lief, waren die Reaktionen einhellig positiv. Drei Monate später erschien im Falter ein Artikel ("Die Rechte der anderen"), der Psychiater und eine Patientenanwältin zitiert. Diese kritisieren den Umstand, dass in der Dokumentation über die Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Universitätsklinikum Tulln auch minderjährige Patienten gezeigt werden.

Das Einverständnis der Erziehungsberechtigten, das die Filmproduktionsfirma davor eingeholt hatte, stelle eine unzulässige Aufhebung der ärztlichen Schweigepflicht dar. Regisseur Constantin Wulff hat sich zur Entwicklung des Films über drei Jahre lang Zeit genommen, die tatsächlichen Dreharbeiten erstreckten sich über eineinhalb Jahre. "Wie die anderen" bleibt auch dort behutsam und von spürbarer Empathie getragen, wo er verstörende Szenen zeigt (etwa die Fixierung einer Patientin). Er ist schmerzhaft, berührend, gar nicht selten auch komisch, nie aber

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