Vor 20 Jahren im Falter Wie wir wurden, was wir waren

Bumstinazi

Falter & Meinung | AT | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Heute necken sie einander liebevoll auf Twitter, der eine neoliberaler Leistungsträger, der andere linksliberaler Bedenkenträger. Vor 20 Jahren schrieben sie im Falter gemeinsam eine Geschichte: Brand Eins-Autor Wolf Lotter und Wiener Zeitungs-Journalist Thomas Seifert. Es ging um das Budgetdefizit, um fehlende politische Visionen und die Abwesenheit von politischem Mut. Die beiden forderten die Trennung von Gewerkschafts-und Regierungspolitik nach Muster einiger deutscher SPD-Politiker. Aber dieses große Werk wurde der Sozialdemokratie innerhalb weniger Jahre aus den Händen genommen.

Bernhard Odehnal wiederum attackierte die vom Kurier angeführte Autolobby, die bei einem zehnminütigen Besuch bei Bürgermeister Michael Häupl durchgesetzt hatte, dass die ersten zehn Minuten Parkzeit straffrei blieben. Andreas Dusl zeigte den Bürgermeister mit einem Kurier im Hirn und seinem Hirn in der Hand recht drastisch. Die F und die ÖVP hätten sich aus der Verkehrspolitik sowieso abgemeldet, höhnte Odehnal. Der siegreiche Kurier-Chef hieß übrigens Peter Rabl und freute sich über den Erfolg der "wienerfreundlichen" Linie seines Blattes.

Die Nazijäger im Blatt, Martin Staudinger und Klaus Zellhofer, deckten auf, dass die wiedererschienene Kinderzeitung Wunderwelt nunmehr von einer "rechten Esoterikerin in Kärnten" herausgegeben wurde, in deren Verlag auch Werke wie "UFOs - das Dritte Reich schlägt zurück" erschienen. Zwerg Bumsti, der von Generationen geliebte Protagonist der Wunderwelt, bekam wenigstens keine Nazibinde übergestreift.

In einem Inserat gratulierte der Hudriwudri, eine von Manfred Deix für die Austria Tabak erfundene Figur, dem Falter in einer Sprechblase: "Phettberg und Palm versöhnt! Die Show gerettet! Das hat der Falter gut gemacht. Jetzt müssen die zwei bloß noch draufkommen, dass der Hudri ein toller Talk-Gast wäre."

Im Feuilleton interviewte Robert Rotifer die Popprinzen von Blur und im Stadtleben widmete sich Andreas Dusl dem Wiener Leben in Alt Aussee.


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