Coole Killer: Wie die Popkultur den Serienmörder verherrlichte


Matthias Dusini
Feuilleton | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Die Schauspielerin Sharon Tate war hochschwanger, als sie von Mitgliedern der Manson Family in ihrem Haus überfallen und abgeschlachtet wurde. Der Tate-Mord war eines von mehreren Verbrechen, die von Charles Mansons Kommune 1969, am Ende von Love and Peace, begangen wurden.

Manson und seine Familie sind ein gutes Beispiel für die Faszination, die Verbrechen speziell auf Subkulturen ausüben. Noch in den 80er-Jahren, im Umfeld der radikalen Industrial-Szene, zirkulierten Bootlegs mit Musikaufnahmen Mansons. Im pazifistischen Mainstream spielte die studentische Jugend gern einmal auch mit Tabubrüchen. Allein schon der Hinweis auf den Hippie-Satan reichte, um universitäre Basisgruppen zu schockieren.

Die 80er-und die frühen 90er-Jahre waren die Hochzeit amoralischer Mörderverherrlichung. Bücher wie "American Psycho" und Filme wie "Das Schweigen der Lämmer" (beide 1991) stilisierten Serial Killer zu genialen Künstlern. Die Plots erzählten grausame Morde als Konzeptkunstwerke, die der

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