Kalte Ohren in Traiskirchen: Was der EU-Kommissar nicht sehen wollte


Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Im Flüchtlingslager Traiskirchen hat der Winter schon begonnen. Mit Wollmützen und gefütterten Anoraks laufen die Kinder vor dem Lager herum. Das Flüchtlingscamp ist blitzblank. Die Rasenflächen sind gemäht, die Betonwege gekehrt, sogar ihre Zimmer hätten sie zusammenräumen müssen, erzählen Flüchtlinge.

Es war ein besonderer Gast angekündigt. EU-Migrationskommissar Dimitris Avramopoulos kam mit Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) auf Kurzvisite nach Traiskirchen. Sein Resümee nach dem Rundgang überrascht. "Die Flüchtlinge werden hier sehr menschlich behandelt", erklärte der EU-Kommissar. Gewisse Dinge könnten verbessert werden, "aber wenn Sie sich vorstellen, wie schwer die Reise für diese Menschen war, so finden sie in Traiskirchen ein ordentliches und gastfreundliches Umfeld", sagte der EU-Kommissar und Parteifreund der Innenministerin.

Das milde Urteil überrascht. Denn laut Innenministerium müssen in Traiskirchen derzeit 150 Personen im Freien übernachten,

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