Am Apparat Telefonkolumne

Wie viel rauchen Sie, Herr Pollischansky?

Politik | Interview: Simon Seher | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Acht Listen treten bei der Wiener Gemeinderatswahl am 11. Oktober an, darunter auch die Partei "Wir wollen Wahlfreiheit". Ihr Spitzenkandidat ist der Gastronom Heinz Pollischansky, der 350.000 Unterschriften gegen das neue Rauchergesetz gesammelt hat.

Sie treten für die Raucherpartei in Wien an. Wollen Sie auch das Kiffen erlauben?

Persönlich finde ich es nicht gut, aber man soll das Volk darüber abstimmen lassen. Wir wollen die Einführung der direkten Demokratie nach Schweizer Vorbild. Das Rauchen ist dabei nur ein Thema, über das man abstimmen dürfen soll, wenn sich 100.000 dafür finden.

Stichwort direkte Demokratie: Die nötigen Unterstützungserklärungen für die Wahl haben Sie nicht selbst gesammelt. Sie dürfen bloß antreten, weil Sie Abgeordnete des Team Stronach unterstützt haben.

Sicher hätten wir auch die notwendigen Unterschriften bekommen. Wir haben uns aber für den schnellen und leichten Weg entschieden, damit wir auch noch ein bisschen Wahlkampf haben. Wir haben keine Verbindung zu einer anderen Partei, ich habe bis jetzt nur 15 Minuten mit Frank Stronach telefoniert.

Ihr Sprecher ist Obmann des BZÖ Wien.

Ja, aber er ist auch Gastronom, und so haben wir uns kennengelernt. Ich wusste das gar nicht. Mir ist es egal, von welcher Partei jemand kommt. Es geht ums Volk.

Welche Inhalte haben Sie außer der Forderung nach mehr direkter Demokratie?

Direkte Demokratie beinhaltet alles. Wir haben nur ein einziges Ziel, nämlich dass das Volk mitreden kann. Bei jedem Thema könnten wir das Volk fragen.

Wie viel rauchen Sie am Tag?

Null. Ich habe noch nie in meinem Leben geraucht. Wir in der Gastronomie wollten nur, dass Raucher und Nichtraucher die gleichen Rechte in Lokalen haben.


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