Kommentar Medien 1

Markovics kauft das Funkhaus. Das zeigt, es wird ernst für den ORF

Falter & Meinung | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Schauspieler und Regisseur Karl Markovics weiß, wie man inszeniert. Um das ORF-Funkhaus und den darin beheimateten Qualitätssender Ö1 zu retten, kündigte er bereits im Juni im Falter an, er werde "in letzter Konsequenz vom Protest zum deutlichen Aktivismus übergehen". Jetzt hat er seine Drohung wahrgemacht. Vor wenigen Tagen gab Markovics bekannt, das ORF-Funkhaus aufkaufen zu wollen. Er bietet dafür 60 Millionen Euro.

Markovics ist erfolgreich, aber so viel wird Geld er nicht auftreiben, es sei denn, er könnte es drucken. Man könnte sein Angebot also in der Schublade "Bunte Meldung" ablegen, sie zuschieben und verschließen. Wenn es nicht so ernst wäre.

Denn der ORF plant, sein Funkhaus in der Argentinierstraße in den nächsten Monaten zu verkaufen. Was zunächst bloß nach einem Immobiliengeschäft klingt, ist in Wahrheit viel mehr. Ö1-Redakteure und Fans des Kultursenders befürchten, dass ihre Radioheimat damit endgültig verloren geht und der letzte Hoffnungsfunke, im Funkhaus


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