Basics Grundkurs Kochen (313)

Soll'n andere nach Süßem gieren, wir lassen hier die Trauben frieren

Stadtleben | MS | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Süßigkeiten sind ähnlich wie Zigaretten in besonderen Formaten abgepackt, die auf ein gängiges Suchtverhalten abzielen. Die 100-Gramm-Tafel Schokolade verputzt sich im Nu, die 20 Zigaretten rauchen sich bei vielen Tag für Tag weg, das Keksi-Sackerl verdünnisiert sich ungeschaut. Um diesen industriell gefertigten Maßen zu entgehen, tut man gut daran, Verpackungen zu vermeiden oder so schnell wie möglich zu entfernen.

Eine weitere Möglichkeit ist, auf Selbstgemachtes zu setzen: Kuchen, Cremes, Petit Fours. Die Zubereitung im Arbeitsalltag ist jedoch oft viel zu aufwendig. Nun ist die Traube der historische Inbegriff für Süßigkeit, den man in der Antike bereits in getrockneter Form genascht hat. Rosinen mag nicht jeder. Deshalb bereiten wir sie so zu, dass sie als eine Art Eisbonbon gelutscht werden können.

Das Verfahren ist einfach. Man holt sich welche der kernlosen Sorten, wäscht die Beeren behutsam und trocknet sie. Wer mag, kann sie von den Stängeln zupfen. Hierauf nestelt man sich ein Tiefkühlsackerl mit Zippverschluss oder Gummiringerl aus der Lade oder hievt das verschließbare Plastikschüsserl aus dem Kasten. Es dauert nicht lange, bis die Trauben gefroren sind und in die Münder geploppt werden können. Es ist ein entzückender kleiner Gag, der bei allen Altersgruppen funktioniert und vorübergehend die große Lust auf industriell Gefertigtes verscheucht.

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