Buch der Stunde

Ein Buch, in dem es nur noch ums Überleben geht

Feuilleton | Tabea Soergel | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Schlimmer könnte es nicht beginnen. Fünf Männer finden im Unterholz eine wehrlose, möglicherweise sterbende Frau und haben der Reihe nach Sex mit ihr. Ohne erkennbare Lust, so wie sie alles, was sie finden, auf Brauchbarkeit prüfen und den Rest kaputtmachen. Weil Menschen nun einmal so sind unter dem dünnen Lack der Zivilisation - Ungeheuer.

Das ist der Auftakt zu Heinz Helles Roman über fünf Freunde, die nach einem Wochenende auf einer Tiroler Berghütte feststellen, dass in ihrer Abwesenheit die Apokalypse stattgefunden hat. Sie hadern nicht mit diesem Schicksal, sondern konzentrieren sich mit unerbittlicher Effizienz aufs Wesentliche: das Überleben. Überleben heißt, in Bewegung zu bleiben. Also gehen sie los. Auf ihrem Weg stoßen sie auf niedergebrannte Orte, verwüstete Infrastruktur, Tote - und werden selbst immer weniger.

Wie schon Helles Debüt "Der beruhigende Klang von explodierendem Kerosin" zeichnet sich auch sein zweites Buch durch wissenschaftlich präzise, rhythmische


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