HARDCORE-POP statt Lifestyle light

Pop mit Haltung: Der Wiener Autor und Musiker Hubert Weinheimer plädiert mit seiner Band Das Trojanische Pferd für Zeitkritik

Feuilleton | Porträt: Gerhard Stöger | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Blur oder Oasis? Die originelle Antwort auf die zentrale Frage im Britpop Mitte der Neunziger lautete: "Pulp!" Zwanzig Jahre später hat auch Wien seine Gretchenfrage. "Bilderbuch oder Wanda?" fehlt allerdings das große Lagerbildungspotenzial, es fällt daher ungleich leichter, "Alle beide natürlich!" zu sagen. Die originelle Antwortmöglichkeit gibt es trotzdem. Sie lautet dieser Tage: "Das Trojanische Pferd!"

Nur die Relationen stimmen nicht, Pulp waren einst ja ebenfalls Popstars. Während Bilderbuch Festival-Headliner sind und Wanda im April 2016 in der Wiener Stadthalle spielen werden, ist das Pferd, wie die Band kurz genannt wird, auch mit Album Nummer drei noch in den kleinen Clubs zuhause. Dabei könnte "Dekadenz", kurz vor Sommerbeginn erschienen, für die lokale Szene sein, was Pulps 1995er-Meisterwerk "Different Class" für den Britpop war: ein überraschender großer Wurf, der Zeit und Zeitgeist überdauern wird.

Nicht, dass "Dekadenz" in seiner Andersartigkeit besser als Bilderbuchs


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