Kolumne Außenpolitik

Wieso sich Osteuropa mit den Flüchtlingen so schwertut

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Mit der Solidarität in der aktuellen Flüchtlingskrise tun sich osteuropäische Staaten auffallend schwer. Es sind die, die direkt oder mittelbar aus dem Nachlass der Sowjetunion stammen und Flucht und Vertreibung selbst erfahren haben. Wie die baltischen Staaten oder die Länder Mitteleuropas, die hinter dem Eisernen Vorhang gelebt haben.

Ihre Regierungen wehren sich gegen eine solidarische Verteilung der Flüchtlinge in der EU und bieten lächerlich geringe freiwillige Aufnahmequoten an. Nur ein paar hundert sollen es sein und nicht zu fremde. Nur selten zeigt sich eine mitfühlende Zivilgesellschaft. Ganz zu schweigen von der politischen Erpressung, die die ungarische Regierung mit dem Schicksal der Syrien-Flüchtlinge betrieben hat.

"Ich schäme mich für die ungarische Regierung", schreibt der kroatische Intellektuelle Inoslav Besker in Jutarnji List, "die den 'heiligen Egoismus', wie Mussolini ihn genannt hat, schamlos an ihre Tore geheftet hat."

Ungarn habe den Aufstand von 1956 vergessen


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