Das Mädchenduo Schnipo Schranke verbindet Indie-Chanson und Schmuddel-Rap

Feuilleton | Musikkritik: Gerhard Stöger | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Beim Namen geht die Eigenwilligkeit schon los. "Schnipo Schranke" ist piefkinesisch für "Schnitzel und Pommes frites mit Ketchup und Mayonnaise". Genau so nennen die deutschen Musikerinnen Friederike Ernst und Daniela Reis ihr Duo, dessen Debüt "Satt" soeben erschienen ist.

Bekannt wurden Schnipo Schranke 2014 mit dem Lied "Pisse". Denkbar unkonventionell behandelt es das Thema Liebeskummer, der Refrain mündet in der Frage "Warum schmeckt's, wenn ich dich küsse, untenrum nach Pisse?", und ein typischer Vierzeiler des zu minimalistischer Klavierund Klapperbeatbegleitung skandierten Texts lautet: "Ich bin auch nur ein Mädchen /wenn auch unrasiert /brauche Liebe, brauche Halt /und einen, der mich knallt."

Im Video taucht ein Penis auf, der in eine Teetasse uriniert. Youtube hat es umgehend gesperrt, "Pisse" wurde aber auch zum Standbild hunderttausendfach angeklickt. Das Lied ist nämlich nicht nur unverschämt, es ist auch unverschämt gut. "Pisse" klingt wie das Charlotte-Roche-Update


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