Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Der Kasperl bringt die Menschenrechte in den Polizeikindergarten

Politik | Nina Horaczek | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Der Kasperl sitzt im Gefängnis. Er hat ein Lied gesungen, das dem bösen Zauberer nicht gefällt. Pezi sitzt eine Zelle weiter. Er hat ein Buch gelesen, das der böse Zauberer verboten hat.

Im Betriebskindergarten des Innenministeriums gibt es seit Kurzem ein österreichweit einzigartiges Projekt: Menschen-und Kinderrechtserziehung im Kindergarten. Entwickelt wurde es von den Menschenrechtsexpertinnen Gudrun Rabussay-Schwald und Judith Stummer-Kolonovits, durchgeführt wurde es gemeinsam mit Johanna Eteme, Leiterin der Abteilung Grund- und Menschenrechte im Ministerium, und der Organisation "Kinder in Wien", die den Kindergarten direkt im Ministerium betreibt.

Um den Kasperl aus den Fängen des bösen Zauberers befreien, schreien die Kinder bei der Vorführung so laut, dass die kleinen Köpfe rot anlaufen. Zusätzlich zum Kasperltheater gibt's noch kindgerechte Trainings und Malaktionen zum Thema Menschenrechte.

Nur das Thema Resozialisierung müssen die Experten den Kindern noch näher bringen. Als der Kasperl sie fragt, ob sie auch wollen, dass der böse Zauberer ein netter wird, schreien die Kleinen: "Nein! Wir wollen nur, dass er eingesperrt wird!"


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