Pop Tipp

Zweierlei Erkundungen in Sachen Austropop

Lexikon | GS | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Ein bisschen sieht es ja aus, als stecke ein Masterplan dahinter. Wanda und Bilderbuch sorgen im gesamten deutschsprachigen Raum für Begeisterung, allenorts ist plötzlich wieder von "Austropop" die Rede - und mit einem Mal taucht auch der ursprüngliche und eigentliche Austropop wieder auf. Allerdings nicht in der oft etwas unsexy arrangierten Originalversion, sondern in zeitgemäßer Form. Tatsächlich ist es reiner Zufall, dass die beiden Liedermacher Ernst Molden und Der Nino aus Wien heuer im März mitten in die neue Ö-Pop-Euphorie hinein "Unser Österreich" veröffentlicht haben, ein Album voll reduzierter, stimmungsvoller und überzeugender Interpretationen alter Lieder von Ambros, Danzer, Falco, Hirsch, Maron, Heller und Qualtinger.

Auch hinter Worried Man &Worried Boy steckt kein Kalkül. Hervorgegangen aus den unglaubliche 54 Jahre lang aktiv gewesenen Dialektpop-Pionieren Worried Men Skiffle Group, spielt Herbert Janata, Kopf und Herz der Band, nun mit seinem Sohn Sebastian, bekannt als Schlagzeuger der in Berlin lebenden Diskurspop-Burgenländer Ja, Panik. Als Worried Boy gibt er den Gitarristen und musikalischen Direktor; Bass und Schlagzeug komplettieren diese wunderbare Generationen übergreifende Familienunternehmung. Auf dem Programm stehen sanft in Richtung Garage gedeutete Klassiker der Worried Men sowie bislang Unveröffentlichtes aus Herbert Janatas Fundus.

Das leiwande Album "Worried Man & Worried Boy" ist Anfang des Jahres bei Problembär erschienen, dem Label, bei dem unter anderem auch Der Nino aus Wien veröffentlicht. Auf der Platte lässt er den alten Hadern "Der schönste Mann von Wien" als Gastsänger in neuem Glanz erstrahlen; nun gibt es erstmals ein gemeinsames Konzert der besorgten Männerbuben und von Nino/Molden.

Metropol, Di 20.00


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