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Falter & Meinung | Armin Thurnher | aus FALTER 37/15 vom 09.09.2015

Wurmdobler ging in sich. Er ging vorbei an seinen letzten Falter-Jahrzehnten und besichtigte die Wurmdobler' sche Hall of Fame. Da waren kleine Plaketten für die beinahe täglich besuchten Events, deren Protagonisten er dann im Zoo halb liebevoll, halb satirisch aufspießte. Da waren Gedenkmedaillen für alle die Stilmeldungen, in denen die Stadt als Raum von Mode und Design, aber auch als Ort stilbewusster Menschen sichtbar wurde (was immer Stilbewusstsein in diesem Zusammenhang heißt). Da war eine strohgeflochtene Skulptur der Hutfamilie Mühlbauer und ein goldenes Kaffeehäferl der Kaffeesieder für die Kaffeehausführer, die er nebenbei im Falter Verlag erscheinen lässt.

Wurmdobler wanderte vorbei an den Anerkennungsschreiben für Kochrezepte und den Diplomen für die zugehörigen Verslein. Er kam vorüber an den Auszeichnungen für die Sieben Sachen, den Ehrenzeichen für all die Stadtränder und den Dankschreiben für die Benimmregeln.

Wurmdobler schlenderte hinüber zu den Orden für seine Feuilletontexte und nippte da und dort an den Kelchen für all die Campwitze, die er selten an sich vorübergehen ließ. Es dauerte, ehe er bei den großen Trophäen anlangte, den Titelgeschichten und Interviews. Hätte nicht das Fluchtthema alles überdeckt, wäre sein Interview mit Cecily Corti (Seite 36) auch so eine Titelgeschichte geworden. Wurmdobler sah all das in sich. Er sah, dass es gut war. Und er fand, es sei Zeit zu gehen.

Wir sind außer uns. Nach langer Schrecksekunde: Danke. Und alles Gute, Wurme!


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