Kunst Tipp

Alles ändern, damit alles bleibt, wie es ist

Lexikon | NS | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Die Kunstmesse Viennafair heißt jetzt viennacontemporary und findet nicht mehr in der Messe Wien beim Prater statt. Stattdessen wird heuer erstmals die Marx-Halle bespielt. Die Wiener Kunstmesse ändert also ihre Marke und ihren Standort, aber der Schwerpunkt auf ost-und südosteuropäischer Kunst bleibt bestehen. Ein Konflikt über das Datum der Veranstaltung hat die russischen Betreiber zum Umzug bewogen. Nun gilt es dem Publikum zu beweisen, dass sich an der Qualität nichts ändert. Insgesamt hat sich die Messe unter der künstlerischen Leitung von Christina Steinbrecher-Pfandt stärker international ausgerichtet und viele Gäste hergeholt. Laut Ankündigung werden heuer rund 20 Prozent mehr Sammler aus dem Ausland anreisen als zuletzt, darunter auch etliche Sammlerklubs und Freundeskreise von Museen.

Die Namen von 99 teilnehmenden Galerien stehen auf der Ausstellerliste, ein Schwerpunkt liegt auf der Kunstszene in Bulgarien. An der Präsentation beteiligen sich sowohl Galerien aus Sofia als auch bulgarische Privatsammlungen. Im Bereich ZONE1 bietet die Messe den Galerien ein Forum für junge Einzelpositionen, so bespielt etwa die hiesige One Work Gallery ihren Stand jeden Tag mit einem anderen Newcomer.

Wer tiefer schürfen möchte oder schlicht eine Pause beim Gang von Koje zu Koje einlegen will, dem sei das Gesprächsprogramm empfohlen. Dort diskutiert etwa der Künstler Nedko Solakov über die veränderte Lage der Kunstschaffenden in seiner Heimat Bulgarien, die aufstrebende Kunstszene Rumäniens ist Thema, und es wird Einblick in die schwierige Situation der zeitgenössischen Kunst in der Ukraine vermittelt. Was macht eigentlich einen Kunstsammler aus? Beim "Young Collectors Talk" sprechen Menschen, die ihre Kollektionen vor nicht allzu langer Zeit begonnen haben, über ihre Sammellust.

Marx-Halle, 24. bis 27.9.


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