"Mir war noch nie fad"

Der Schriftsteller Alfred Komarek wird am 5. Oktober 70. Ein Gespräch über Beinahe-Exzesse, den Kollegen Wolfgang Schüssel und seinen Hass auf die Heurigen

Feuilleton | Interview: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Zum Gespräch bittet Alfred Komarek in seine Wiener Wohnung, eine Schatzkiste voller schöner und kurioser Gegenstände, darunter ein Trichtergrammofon. "Jedes Stück erzählt eine Geschichte", sagt Komarek. Das Erzählen und Schreiben war von Kindheit an seine Art, sich mit der Welt auseinanderzusetzen. Zu später Popularität gekommen, nahen nun der runde Geburtstag und die damit verbundenen Huldigungen. Der Jubilar trägt den Rummel mit Fassung.

Falter: Herr Komarek, waren Sie je ein wilder Hund?

Alfred Komarek: Nein. Ich hab die 68er zwar miterlebt und die Überzeugung mitgenommen, dass sie in irgendeiner Form notwendig waren. Mich hat daran aber die melancholisch-romantische Seite am meisten interessiert. Stichwort: Leonard Cohen. Das war schon der Gipfelpunkt an Wildheit, den ich erreicht habe.

Aufgewachsen sind Sie im Ausseerland. Was war das für eine Atmosphäre?

Komarek: Angeblich verarbeiten die meisten Autoren die Probleme ihrer Kindheit. Damit kann ich nicht dienen. Ich habe in


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