Neue Platten

Feuilleton | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Pop

Duran Duran: Paper Gods

Ja, die gibt es immer noch. Duran Duran zählten zu den größten Popstars der 1980er, zwischen Koks, Yacht und Modelfreundin kamen den britischen New-Wave-Romantikern mit dem Funk-Faible damals bisweilen auch richtig tolle Songs aus. Und dann? Haben sie einfach weitergemacht. Aufwendigst produziert, bietet Platte Nummer 14 edlen Krawumms und dezentes Geböller zwischen Zeitlosigkeit und Zeitgeist. Das hat etwas Rührendes, ist auf Albumüberlänge aber vor allem eines: schrecklich fad. (Warner) GS

Pop

King Midas Sound & Fennesz: Editions 1

Das englische Trio King Midas Sound um Kevin Martin alias The Bug, einen Experten für böse Bässe, kredenzt normalerweise düstere Musik zwischen Hip-Hop und Dub. Happy Sound bringt auch die Kooperation mit dem Wiener Elektronik-und Gitarrenzauberer Christian Fennesz keinen. Aber anstatt die Apokalypse musikalisch nachzustellen, badet man gemeinsam in einem Meer aus Schwermut. Die Stücke sind getragen, weich und sehr, sehr schön. So könnte der Blues des 21. Jahrhunderts klingen. (Ninja Tune) SF

Klassik

Daniil Trifonov: Rachmaninov Variations

Daniil Trifonov hat sich längst einen Namen als phänomenaler Pianist gemacht. Sein erstes Album widmet er Sergej Rachmaninow, dem erklärten Idol des jungen Russen. Zu hören bekommen wir selten Gespieltes wie die großen Variationenfolgen über Themen von Paganini (mit Orchester), Chopin und Corelli sowie eine eigene Komposition in Anlehnung an Rachmaninow, die impressionistisch angehauchte "Rachmaniana". Virtuosentum im besten Sinne des Wortes, fernab jeglicher Effekthascherei. (DG) MDA


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige