Keine Frage des Geschmacks

Andreas Mailath-Pokorny will Kulturstadtrat bleiben. Nach 15 Jahren im Amt hat er vieles erreicht und wenige verärgert


Bilanz: Stefanie Panzenböck

Feuilleton, FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny hat keine Angst, weder vor Heinz-Christian Strache noch vor den Flüchtlingen. Der eine wird nicht Bürgermeister werden, und den anderen müsse man einfach helfen. "Jeder, der sich engagiert, wiegt mehrere tausend Hassposter auf", sagt er. Mailath-Pokorny ist sichtlich bewegt von der Hilfsbereitschaft der Wiener und der Tatkraft der eigenen Stadtregierung. "Es ist so banal wie pathetisch, wir Sozialdemokraten kämpfen für eine gute Sache." Und was hat das alles mit Kulturpolitik zu tun?"Kulturpolitik muss viele Facetten haben, aber es muss unbedingt eine Kultur der Menschlichkeit geben."

Es ist Wahlkampf, und der belebt die politischen Geister. Die Wiener Sozialdemokratie wacht aus ihrer Schreckstarre, ausgelöst durch den prognostizierten Stimmenzuwachs der Rechtspopulisten, wieder auf.

Im politischen Tagesgeschäft sind so hehre Gedanken selten zu finden. Da geht es sehr oft einfach nur ums Geld. Wer bekommt wie viel Förderung? Mailath-Pokorny (55)

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