Die Wikipedisierung unserer Wirtschaft

Kann die Sharing-Economy den Neoliberalismus ablösen? Ja, argumentiert der Brite Paul Mason in seinem lesenswerten Buch

Politik | Rezension: Kurt Bayer | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Der britische Wirtschaftsjournalist Paul Mason sieht klare Anzeichen dafür, dass sich der Kapitalismus (= Marktwirtschaft) alter Prägung nach der vierten langen Welle zu erschöpfen beginnt. Er sieht die letzten 25 Jahre des Neoliberalismus mit seiner seit 2008 manifesten Krise als letztes Aufbäumen dieses Systems, wobei sich bereits vielerorts die Saat des neuen Regimes - des von ihm so benannten "Postkapitalismus" - breitmacht.

Haupttreiber dieses neuen Regimes sind Information und Kommunikation, die langsam, aber sicher den Hauptgehalt aller Produkte und Dienstleistungen ausmachen - und durch ihre universelle Verfügbarkeit, ihre praktisch zum Nulltarif herstellbare Reproduzierbarkeit die "Gesetze" des Kapitalismus, also die Knappheit und den auf ihr aufbauenden Preismechanismus, außer Kraft setzen. Ohne Preis kein Markt, keine Marktwirtschaft, dafür ein ganz neues Wirtschafts- und Gesellschaftssystem mit "Sharing", Gemeinschaftsarbeit und ohne Lohnarbeit.

Mason argumentiert gekonnt


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