Schöner fehlen

Helmut Schranz, Autor und eine treibende Kraft hinter der Literaturzeitschrift perspektive, ist tot. Er wird ganz schön fehlen

Nachruf: Günter Eichberger
Steiermark, FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Gebt mir die welt und ich hebe jedes wort aus den angeln." Wie man die Worte aus den Angeln -aus ihrem bis zur Bedeutungslosigkeit konventionalisierten Gebrauch -hebt und dabei die Welt zwar nicht gewinnt, aber bis zur Kenntlichkeit entstellt, lässt sich bei Helmut Schranz Text für Text erfahren. Dass Schranz mit 52 Jahren in einer fruchtbaren Phase, da sich auch mit Preisen und Stipendien endlich die gebührende Anerkennung einzustellen begann, aus seiner experimentellen Arbeit gerissen wird, ist doppelt traurig. Stille im "Birnall". Und "Birnall" nannte Schranz sein in zwei Bänden - mit den Untertiteln "es ist unter der haut" (2009) und "suada" (2015) - bei Ritter vorliegendes Work in Progress, das nun keine Fortsetzung findet. Dieses Universum ist keine reine Kopfwelt, zu zahlreich sind die Verweise auf reale soziale Umstände, es ist eine Art erweitertes Bewusstseinsporträt der Hauptfigur Birnbaumer. In Textsplittern, die dem Formenkanon der Moderne verpflichtet sind, bewegt sich

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