Selbstversuch

Unser Bestes wird letztlich nicht reichen


Doris Knecht

Kolumnen, FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Ein paar Tage an einem der Bahnhöfe, und es ist ziemlich schwer, den Kopf wieder luftig zu bekommen. Man sitzt an einem perfekten Spätsommertag in einem herrlichen Garten: Vöglein zwitschern, Fischlein springen, saftige Äpfelein fallen einem vom Baum direkt in den Mund. Im Kühlschrank hätte der Sprudelwein genau die richtige Temperatur, und die ganze Zeit denkt man sich nur: Ich sollte hier nicht sein. Ich sollte an einem der Bahnhöfe sein und dort etwas Sinnvolles tun. Ständig schaut man heimlich in sein Smartphone-Facebook, wie es an den Bahnhöfen ausschaut. Ständig verfolgt man in den Medien, wieviele Flüchtlinge schon wieder über die Grenze gekommen sind.

Also übergibt man die Teenager in die Verantwortung anderer, fährt zurück in die Stadt und wieder zum Bahnhof. Und dann macht man dort, was grad gebraucht wird, gemeinsam mit hunderten anderen, die das auch tun. Es ist gar nicht so befriedigend, wie immer alle tun. Es sind Lappalien, die man da macht, für sich gesehen

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