Film Festivaltipps

Deviant bis dement: Das Horrorfilmfestival /slash

Lexikon | MICHAEL OMASTA | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Gewaltorgien, Verbrechen, Folter, Misogynie, Polizeibrutalität, Homophobie, Mobbing und Bullying -nichts Unmenschliches ist dem Kino fremd. Da ist es schon extrem beruhigend, zu wissen, dass es hochkompetente Kolleginnen und Kollegen gibt wie Magdalena Pichler oder Markus Keuschnigg, den Filmkritiker der Presse, die freiwillig in ein Bad aus Blut und Beuschel tauchen, um beim Horrorfilmfestival /slash im Wiener Filmcasiono zehn Tage lang Leckerbissen dieser devianten, manchmal auch nur dementen Spielarten des Kinos zu kredenzen.

Dabei kommen Produktionen aus Mexiko, Brasilien, Japan, Großbritannien, Australien, den USA oder sogar Finnland zur Aufführung, klingende Namen -Tsui Hark, Takashi Miike, Shinya Tsukamoto, Sion Sono - sind genauso vertreten wie noch weithin unbekannte junge Filmer, etwa Adam Egypt Mortimer ("Some Kind of Hate") oder Nick Robertson ("The Pack").

Zu den Stargästen des heurigen Festivals gehören der Neuseeländer Jason Lei Howden, der in "Deathgasm" die Heavy-Metal-Albträume eines alleingelassenen Teenagers wahr werden lässt. Oder der Regisseur Bernard Rose, ein gebürtiger Brite, der 1992 mit "Candyman" - nach einer Story von Clive Barker -Furore machte, danach eine Reihe wirklich horribler Filme drehte (von "Ludwig van B." bis "Der Teufelsgeiger") und sich mit "Frankenstein" nun an einer Neuinterpretation dieses klassischen Horrorstoffs versucht. Tatsächlich ist die Kreatur hier ein fescher Bursche (Xavier Samuel) und der ganze Stolz seines elterlichen Wissenschaftlerpaares (ein unerwartetets Wiedersehen mit Carrie-Anne Moss und Danny Huston!)- doch als sein Gewebe sich unschön zu verbeulen und sein Bewusstsein zu erwachen beginnt, nimmt eine Familientragödie ihren Lauf.

Filmcasino, 17. bis 27.9


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige