Spaß, Schweiß und Zigarettenrauch

Seit einem knappen Jahr gelten Wanda als der heißeste Scheiß im Pop des deutschen Sprachraums. Der Falter wollte wissen, wie geil sich das anfühlt, und begleitete die Band, die Anfang Oktober ihr zweites Album veröffentlicht, im Tourbus

Feuilleton | Embedded Journalist: Klaus Nüchtern | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015


Foto: Klaus Nüchtern

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Es ist ein mild temperierter Hochsommernachmittag. Die Paraglider gliden ums Gipfelkreuz des Kofels, und im Gastgarten des Landhotels genießen die Mitglieder von Wanda einen raren Moment auf ihrer Tour: Bereits am Vortag sind sie aus Kassel nach Oberammergau gereist und hatten am Abend kein Konzert zu spielen. Ein freier Tag also. Von denen hätten sie, erklärt Bassist Reinhold „Ray“ Weber, seit Jänner gefühlte 17 gehabt – was Tastenmann Christian „Chris“ Hummer definitiv zu hoch gegriffen findet.

Im Moment aber machen alle einen sehr entspannten Eindruck. Sänger Marco Wanda ist ein bisschen aus dem Häuschen ob seines in Mandelhülle gebratenen Hirschkalbschnitzels auf Waldbeer-Cassis und des Umstandes, dass er soeben Waldbeeren salzt. Neben ihm steht ein Glas mit Apfelsaft. Das vorangegangene hat Drummer Lukas „Hasi“ Hasitschka beim Versuch, eine Wespe totzuklatschen, verletzungsfrei zerdeppert. Wespentotklatschen scheint so etwas wie Hasis Zweitberuf zu sein, was ihm nicht wenig Respekt einträgt. Noch sind ein paar Stunden Zeit bis zum Auftritt. Um sich für solche Phasen der Untätigkeit, vor allem für die bis zu 50 Stunden Auto- und Busfahrten pro Woche zu wappnen, haben sich Chris und Gitarrist Manuel „Manu“ Poppe eine Playstation Vita besorgt, auf denen sie „Assassin’s Creed“ spielen. „Was spielst eigentlich du, Hasi?“ „Schlagzeug!“


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