Slowenischstunde

Vertheatert: Maja Haderlaps Roman "Engel des Vergessens" als allzu fragmentarisches Drama

Feuilleton | Theaterkritik: Sara Schausberger | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Obwohl der Krieg vorbei ist, hagelt es Gewehrkugeln. Das Kind irrt durch den dichten Bühnenwald, der aus wild zusammengenagelten Brettern besteht, und versucht den Schüssen zu entkommen. Selbst im Frieden herrscht noch Krieg, so groß sind die Schrecken der Vergangenheit.

Die Verwandten und Nachbarn des Kindes sind Kärntner Slowenen, die während des Zweiten Weltkriegs als Partisanen gegen die Wehrmacht kämpften. Die Großmutter landete im Internierungslager Ravensbrück, der Vater wurde als Zwölfjähriger von den Nazis gefoltert. Der Krieg im Kopf will nicht mehr aufhören, da hilft alles Weglaufen nichts.

In ihrem 2011 erschienenen autobiografischen Roman "Engel des Vergessens" erzählt Maja Haderlap von ihrer Kindheit auf einem Bauernhof nahe der slowenischen Grenze im Kärnten der 1960er-Jahre. Zusammen mit dem Regisseur Georg Schmiedleitner hat die Bachmannpreisträgerin dieses starke Stück Literatur fürs Theater adaptiert, nun wurde es im Akademietheater uraufgeführt.

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