Cornelia Travnicek: "Ich kann mir als Mae gar keine andere mehr vorstellen"

Feuilleton | Gesprächsprotokoll: SZ | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

"Für mich war die Verfilmung meines Romans eine große Reise ins Ungewisse. Man muss sich darauf einstellen, die Verantwortung für den Stoff abzugeben, das war mir von Anfang an klar. Ich sehe Film als eine eigene Kunstform und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis, denn am Ende ist es eine Übersetzung meines Stoffes in einen Filmstoff geworden, der auf der Leinwand funktioniert.

Natürlich bin ich während des Drehs zur Verfügung gestanden. Es ist schon passiert, dass ich dann einen Anruf von Co-Regisseur Gerhard Ertl bekommen habe, und er so:'Cornelia, wir haben grad bemerkt, dass die Mutter keinen Namen hat. Wie heißt die denn eigentlich?' Das war dann eine ganz witzige Diskussion am Telefon, weil ich mich das in dem Moment auch zum ersten Mal gefragt habe. Wenn man ein Buch in Ichform schreibt, aus Sicht der Tochter, dann haben die Eltern halt keine Vornamen.

Jetzt, da ich den Film mehrmals gesehen habe, kann ich mir als Mae gar keine andere mehr vorstellen als Anna Posch. Wir haben uns am Set zwei-, dreimal getroffen und auch gleich sehr gut verstanden.

Was mir besonders gefällt, ist, dass der Film wirklich großartige neue Bilder schafft. Wie diese Strickgebilde zum Beispiel, die im Buch gar nicht so wichtig sind. Dass ich selbst im Film bin, war eine Idee des Regieduos. Wir haben uns den Scherz erlaubt, dass ich mir am Schluss von der Anna mein eigenes Buch signieren lasse."

Cornelia Travnicek,

28, schrieb "Chucks". Ihr neuer Roman "Junge Hunde" erscheint im Oktober


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