ORF WIE WIRR.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk soll über eine Leiharbeitsfirma Scheinselbstständige beschäftigt haben. Nun droht eine Nachzahlung in Millionenhöhe. Eine Recherche über die Arbeitsverträge am Küniglberg

Aktenstudium: Benedikt Narodoslawsky | Medien | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

Diese Geschichte beginnt im Dezember 2014. Es ist ein Tag vor Weihnachten, und 96 ORF-Mitarbeiter bekommen plötzlich keinen Lohn mehr. Sie zählen zum technischen Personal. Kameraleute, Tontechniker, Cutterinnen. Viele von ihnen arbeiten schon seit Jahren für den ORF. Manche von ihnen nur nebenbei. Andere wiederum mehr Stunden als Festangestellte im Haus. Sie haben einen offiziellen ORF-Ausweis, ihren eigenen ORF-Account auf dem Rechner und E-Mail-Adressen, die auf "@orf.at" enden.

Aber diese 96 Personen, um die es in dieser Geschichte geht, sind nicht beim ORF angestellt. Sie sind selbstständig. Zumindest offiziell. Dieser Umstand beschäftigt nun das Arbeitsgericht Wien. Der Verdacht: ORF-Mitarbeiter könnten in die Scheinselbstständigkeit gedrängt worden sein.

Die Akte

Es ist ein komplexer Fall, den der Falter hier nachzeichnet. Es geht darin um die Frage, wie der öffentlichrechtliche Rundfunk mit seinen Mitarbeitern umgeht. Aber es geht auch um rätselhafte Geschäfte mit einer Partnerfirma.

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