Die gesammelten Sternstunden der österreichischen Fußballgeschichte

Stadtleben | aus FALTER 38/15 vom 16.09.2015

England - Österreich 4:3

7. Dezember 1932, London, Stamford Bridge

Das Team um Matthias Sindelar gilt als "Hochkrisenphänomen" in einer Zeit der alle Schichten und Klassen erfassenden Destabilisierung der Gesellschaft. Das Bruttonationalprodukt fiel von 1929 bis 1933 um ein Viertel, es herrschte Massenarbeitslosigkeit, die Buben strömten in Scharen zu den Fußballvereinen. Im Länderspiel behauptete sich ein kleiner, bitterarmer Staat gegen England, das in der "Weltangelegenheit" Fußball seinen Machtwillen behaupten wollte. Der Gründungsmythos des "Wunderteams" ist ein Zettel, den Teamchef Hugo Meisl den lästigen Sportjournalisten im Ringcafé hinwarf. In Wien versammelte sich am Heldenplatz eine riesige Masse von Fans, die der Live-Radio-Übertragung des Spiels lauschte.

Österreich - Ungarn 5:0

12. Oktober 1902, Wien, WAC-Platz

An einem sonnigen Sonntagnachmittag begann die Geschichte der ballesterischen "Erzrivalen" Österreich und Ungarn. Damals traten - vor 500 Zusehern -noch die

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